Michael Bayerl

Kreativer Exil-Bayer in Franken

Friedhof am Kirchberg – ein Kreuz aus Licht

An diesem Friedhof sind wir schon so oft vorbeigefahren. Diesmal haben wir angehalten. Der Friedhof am Kirchberg in Buchschwabach ist eigentlich ein Dorffriedhof – aber er wirkt fast wie aus einer Metropole.

Der Grund ist das Kreuz. Es ist nicht aufgestellt oder angebracht, es ist herausgeschnitten: Zwei schlanke, helle Wandscheiben stehen nebeneinander, dazwischen ein schmaler Spalt, und ein Querschlitz macht daraus ein Kreuz aus Himmel und Licht. Je nachdem, von wo man schaut, ist das Kreuz mal Öffnung, mal Schattenlinie, mal leuchtender Streifen. Am Eingang wiederholt sich das Motiv: ein tiefes Tor mit Dach, darüber wieder ein Kreuz, dahinter schon die Gräber.

Mich erinnert das ein bisschen an die Tomba Brion von Carlo Scarpa – dieser Ernst, diese Klarheit, und gleichzeitig eine große Ruhe. Es ist spannend, wie viel ein architektonischer Eingriff an so einem Ort bewirken kann. Ich finde, man sollte öfter anhalten, wo man immer nur vorbeifährt.


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