Michael Bayerl

Kreativer Exil-Bayer in Franken

Expo Milano 2015 – die Welt an einem Tag

„Feeding the Planet, Energy for Life“ – unter diesem Motto lud Mailand 2015 zur Weltausstellung. Rund 145 Länder zeigten auf dem Gelände in Rho, wie die Welt sich in Zukunft ernähren könnte. Wir waren mittendrin – nach einem kleinen Umweg. Weil wir glaubten, Tickets gäbe es nur in der Stadt, quälten wir uns zuerst durch den Mailänder Verkehr ins Zentrum. Natürlich hätte es die Karten auch direkt an der Expo gegeben. Lektion gelernt.

Die zweite Lektion folgte an der Sicherheitskontrolle: Das Klappmesser meines Mannes, eigentlich zum Äpfelteilen gedacht, musste draußen bleiben. Die Ironie des Tages: Ein paar Pavillons weiter – im französischen, wenn ich mich recht erinnere – wurden ausgerechnet Opinel-Messer verkauft. Also haben wir uns dort einfach ein neues gekauft.

Und dann: Pavillons, die man nicht vergisst. Der deutsche mit seiner verblüffenden Projektionstechnik. Der österreichische war schlicht ein Wald – „Breathe“ stand zwischen den Bäumen, und mitten im Messegelände konnte man tatsächlich durchatmen. Im Supermarkt der Zukunft verrieten die Regale, woher ein Produkt kommt und was in ihm steckt. Gleich daneben standen Bäume ganz anderer Art: die „Urban Algae Folly“, eine Installation, durch deren Kunststoffröhren eine leuchtend grüne Flüssigkeit voller Mikroalgen floss – ein Pavillon, der Sauerstoff produziert. Wirklich beeindruckend.

Fazit: Ich bin bis heute froh, dort gewesen zu sein. Nicht jede Ausstellung schafft es, Architektur, Technik und eine wirklich wichtige Frage so unterhaltsam zusammenzubringen.


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