


Mit meiner Schwester ging es auf den Domberg nach Freising. Der Mariendom ist von außen eher schlicht, innen dann das volle Programm: Die Brüder Asam haben den romanischen Bau im 18. Jahrhundert in einen barocken Festsaal verwandelt, mit Stuck, Gold und Deckenfresken, die einem den Kopf in den Nacken zwingen.
Ganz anders die Krypta darunter: niedrige Gewölbe, ein Wald aus Säulen und mittendrin die Bestiensäule, über und über mit kämpfenden Fabelwesen bedeckt. Fast tausend Jahre alt und immer noch rätselhaft. Hier unten wird es still, und man merkt, wie alt dieser Ort eigentlich ist.
Und dann gab es da noch ein Fenster, das gar nicht im Dom ist, sondern in der neuen Tiefgarage am Domberg: eine kleine Öffnung im rohen Beton, durch die das Grün leuchtet wie ein Glasfenster. Moderne Architektur, die sich vor dem Barock nicht verstecken muss.
Mir ist an diesem Tag ein Satz hängen geblieben, den ich damals auch geteilt habe: dass Gottes Würfel immer richtig fallen. Auf dem Domberg glaubt man das gerne.









