Michael Bayerl

Kreativer Exil-Bayer in Franken

Bibione – Spätsommer mit Winterjacke

Spätsommerurlaub mit Freunden in Bibione – so war es geplant. Geworden ist es beinahe ein Winterurlaub. Ich kam ein paar Tage später nach, zusammen mit dem Mann einer Freundin, und noch bevor wir losfuhren, kam die Bitte: warme Sachen mitbringen. Unsere Freunde hatten wegen des Wetters schon überlegt, wieder nach Hause zu fahren.

Auf dem Weg haben wir einen Abstecher nach Triest gemacht, hinauf zum Tempio Mariano auf dem Monte Grisa. Eine Wallfahrtskirche aus den Sechzigerjahren, ganz aus Beton, aufgebaut aus lauter Dreiecken – die Triestiner nennen sie liebevoll „il Formaggino“, das Käsestückchen. Brutalismus in Reinform, mit einem Blick über den Golf von Triest, für den man auch bei Wolken gerne stehen bleibt. Ich war begeistert.

In Bibione dann Wind, Wolken, ein Strand fast für uns allein, der Leuchtturm an der Mündung des Tagliamento und Sonnenuntergänge, die sich zwischen den Regenfronten durchgekämpft haben. Und ein Tag in Venedig: Canal Grande, Gassen, Brücken, abends die Lichter am Markusplatz.

Trotz allem war es eine sehr erholsame Zeit. Manchmal braucht es eben keinen perfekten Sommer – nur gute Freunde und eine warme Jacke.


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