


Zwei Jahre später ging es zurück nach Pianello del Lario – diesmal als frisch Verheiratete, und in dieselbe Wohnung. Dachten wir zumindest. Wir standen in der Tür und suchten das zweite Schlafzimmer. Und suchten. Statt zwei Schlafzimmern gab es nur noch eines, dazu eine Schlafcouch im Esszimmer. Die Auflösung des Mysteriums: Die Eigentümer hatten das Zimmer in ein Ankleidezimmer verwandelt, das man nun von der Wohnung darüber über eine Wendeltreppe erreicht. Manche Räume verschwinden eben einfach nach oben. Geblieben ist nur die Tür – fest verschlossen, davor ein kleines Schränkchen mit zwei Segelbötchen, die seitdem tapfer Wache halten.
Gefehlt hat uns trotzdem nichts. Unser eigentliches Zimmer war ohnehin der Balkon: Dort saßen wir jeden Tag, frühstückten, aßen zu Abend, mit Blick über den See und die Dächer der Nachbarhäuser. Sonnenuntergänge hinter den Bergen, Oleander, Segelboote im kleinen Hafen, eine kleine Madonna in ihrer Mauernische voller Geranien. Und morgens erst einmal die Füße hochlegen, die grünen Fensterläden weit offen – der Comer See hat nichts von seinem Zauber verloren.
Zwei Jahre vorher hatten wir hier über George Clooney gescherzt. Diesmal brauchten wir keinen Prominenten, um uns besonders zu fühlen.













