Michael Bayerl

Kreativer Exil-Bayer in Franken

Strandkorb, Fahrrad und Grenzerfahrungen – eine Woche Usedom

Urlaub mit dem berühmten Strandkorb: Untergekommen sind wir in Loddin, in der Ferienwohnung eines Kunden – zwischen Ostsee und Achterwasser, dort, wo Usedom am schmalsten ist. Im Nachbarort Ückeritz steht eine alte Villa, in der man eine Abhörstation der Stasi entdeckt hat – ein Ort, dem man seine Geschichte von außen nicht ansieht. Statt Auto gab es Leihräder, und mit denen waren wir viel unterwegs: entlang der Kaiserbäder mit ihren Seebrücken und weißen Villen, durch Alleen und Kiefernwälder – und bei Ahlbeck einfach weiter, hinüber nach Polen und wieder zurück. Eine Grenze, die man mit dem Fahrrad überquert, ohne es richtig zu merken – noch vor ein paar Jahrzehnten undenkbar.

Ein Tag gehörte Rügen: mit dem Rasenden Roland, der dampfenden Schmalspurbahn, zwischen Putbus und Sellin durch die Insel schnaufen. Dazu Seebrücken mit Tauchgondel, Fischerboote am Strand, Alleen und ein Kräuterlikör mit dem schönen Namen „Mümmelmann“.

Das Schönste aber war der Blick aus dem Wohnzimmer direkt aufs Achterwasser – und die Abende, an denen wir einfach hinunterliefen: stilles Wasser, Schilf, Himmel in Rosa und Orange. Fisch gab es natürlich auch – an der Ostsee kommt man nicht drum herum, selbst wenn man, wie ich, kein großer Fischfan ist. Zusammenfassend: Die Ostsee ist ein Ort für spektakuläre Momente, die tosende Brandung, die Unerbittlichkeit der Elemente aber auch für viele kleine. Wind im Gesicht, Sand in den Schuhen, ein Sonnenuntergang über dem Achterwasser – mehr braucht es nicht.


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